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Title
- Flora
Collection
Production
- design: Michael Powolny, Vienna
- manufacturer: Vereinigte Wiener und Gmundner Keramik, Gmunden, about 1913
Period | Style | School
Measurements
- height: 112 cm
- width: 61 cm
- depth: 5.5 cm
- weight: 48.5 kg
Inventory number
- WI 1445
Acquisition
- purchase , 1915-03-24
Department
- Glass and Ceramics Collection
Associated Objects
Inscriptions
- : unsigniert
Description
- Frauengestalt (Flora) von sechs Putti umgeben, mit Blumen und Ranken umkränzt, Steinzeug, roter Scherben, ausgeformt, modelliert, mit verschiedenen Glasuren gestaltet, Craqueléglasur; aus mehreren Teilen zusammengesetzt, verfugt, in schwarzem Holzrahmen
- Im Jahr 1913 fusionierte die von Michael Powolny und Bertold Löffler 1906 gegründete Manufaktur der Wiener Keramik mit der Gmundner Keramik zur Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik. In dieser Zeit entstand das Relief Flora als Beispiel einer Baukeramik. Der seit 1912 zudem als Lehrer an der Wiener Kunstgewerbeschule tätige Powolny prägte durch Arbeiten wie diese maßgeblich die Ästhetik des Wiener Jugendstils auf dem Gebiet der Keramik. 1913 begann Powolny auch seine Zusammenarbeit mit der keramischen Industrie. Als Spezialist für Großplastiken und Baukeramik arbeitete er an Projekten wie dem Palais Stoclet in Brüssel sowie der Villa Skywa-Primavesi und dem Dianabad in Wien. Das aus elf modellierten Einzelteilen zusammengesetzte allegorische Figurenrelief stellt die ewig jugendliche Göttin des Frühlings, der Blüten und der Fruchtbarkeit dar. Mit dem Kopf im Profil und nur mit einem Schleier bekleidet vor gelbem Hintergrund gegeben, wird sie durch von sechs Putten gehaltene bunte Blumenranken umhüllt. Sie steht in einer blau stilisierten Muschelschale, unter der die Wellen spielen. Michael Powolny paraphrasiert und verschmilzt hier die Ikonografien der durch Sandro Botticelli kodifizierten Darstellungen der Primavera und der Geburt der Venus. Auch das Vorbild der in farbig glasiertem Ton für den Bauverband ausgeführten Frührenaissancereliefs des Florentiners Luca della Robbia ist im Figurenstil Powolnys nachweisbar. Vorlagen dafür mag Powolny in Form von Stilkopien im Archiv der Firma Wienerberger gefunden haben.
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Last update
- 25.03.2026