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Objektbezeichnung: Ukiyo-e 浮世絵, Farbholzschnitt
Titel: Unter der Welle bei Kanagawa (Kanagawa-oki namiura 神奈川沖浪裏), 36 Ansichten des Berges Fuji (Fugaku sanjūrokkei 富嶽三十六景) (Serientitel)
Entstehung / Datierung:
Entwurf: Katsushika Hokusai 葛飾北齋,
Schule: Katsushika 葛飾派 (Schule),
Ausführung: Anonym, Japan, um 1830
Verlag: Nishimuraya Yohachi 西村屋与八

Zeitraum: Tenpo (1830-1844)
Material: Papier
Maßangaben:
Höhe: 25.3 cm
Breite: 37.5 cm

Inventarnummer: KI 10988
Provenienz: Schenkung / Donation (1948)
Signaturbezeichnung: Hokusai aratame Iitsuhitsu 北齋改爲一筆
Beschreibung: Hokusai aratame Iitsuhitsu 北齋改爲一筆 Blatt 01. Kaum ein anderer japanischer Farbholzschnitt ist so berühmt wie „Die Welle“. Sie wurde sogar zum Symbol für die japanische Kunst überhaupt. Nicht das eigentliche Thema – die Bedrohung des Menschen durch die Naturgewalten – fasziniert, sondern vielmehr die naturalistische Darstellung eines Wellenberges, wie ihn die westliche Kunst bis dahin nicht gesehen hatte. Es ist jener kurze Bruchteil einer Sekunde festgehalten, bevor die gewaltigen Wassermassen in sich zusammenbrechen und die herannahende Katastrophe erahnbar wird. Wie ein Monster mit vielfingriger Hand scheint sich die Welle auf ihre Opfer zu stürzen. Die Dämonisierung der Natur und ihre Gewalt über den Menschen wird von Hokusai deutlich angesprochen. Bravourös versteht es der Künstler die verschiedenen Blautöne einzusetzen, um dem Element Wasser gerecht zu werden. Das Thema selbst jedoch ist in seinem Werk nicht neu: Schon vor dem Jahr 1800 zeigen einige seiner Arbeiten Wellenmotive, um dann schließlich kurz nach der Jahrhundertwende – 1800–1805 – in zwei Holzschnitten zu jenem hohen, bedrohlichen Wellenberg zu werden. Diese beiden Farbholzschnitte stammen aus einer relativ kurzen Schaffensphase Hokusais, in der er sich europäisch beeinflusster Stilelemente bediente. Diesen Wellenbergen fehlt allerdings der dämonisierende Charakter. Sie sind stilisiert und scheinen unbeweglich wie feste Berge. In der dynamischen Darstellung der „Welle“ greift Hokusai in der japanischen Kunstgeschichte weit zurück. Ab 1630 bildete sich rund um die Sotatsu-Koetsu-Schule in Kyoto eine Neubelebung der japanischen Malerei aus, wobei Stilelemente aus der realistischen Tuschemalerei Chinas aufgenommen wurden. Dieser stilistische Konservativismus wird für die späte Schaffensperiode Hokusais von wachsender Bedeutung.
Abteilung: Asien
Sammlung: Ukiyo-e, Sammlung Exner
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