Sammlung Bertha Pappenheim
Album kuratiert von: Lara Steinhäußer, 2026
Zu den relevantesten Sammler*innen, die die Museumssammlung des MAK mitgeprägt haben, zählt die in Wien geborene und später auch in Deutschland aktive Bertha Pappenheim (1859–1936). Anonymisiert als Josef Breuers und Sigmund Freuds Patientin „Anna O.“ hat sie Eingang in die Geschichte der Psychoanalyse gefunden und kann als Schlüsselfigur in der Entwicklung der talking cure angesehen werden. Sie erlangte aber auch als Publizistin und jüdische Frauenrechtlerin Bekanntheit, die sich u. a. für die Förderung der weiblichen Erwerbstätigkeit sowie gegen Mädchenhandel einsetzte.
Ihre Sammelleidenschaft konzentrierte sich auf filigrane und diaphane Gebilde sowohl aus sehr weichen als auch sehr harten Materialien: Über 1800 Textilien und mehr als 100 Metallobjekte der MAK Sammlung zeugen von der Faszination Pappenheims für den in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem in Berlin und Schlesien blühenden Eisenkunstguss sowie ihre Passion für historische wie zeitgenössische Spitzen und Stickereien.
Die Aufnahme der beiden Sammlungen in den Bestand des MAK erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte. Nachdem Pappenheim bereits 1912 mit dem damaligen Textilkurator Moritz Dreger bzgl. ihrer textilen Preziosen in Kontakt stand, kam der Großteil des sich auf zwei Sammlungsbereiche erstreckenden Konvoluts erst 1935, ein Jahr vor Pappenheims Tod, als Schenkung ans Museum. 2007 wurde diesen Beständen unter dem Titel SPITZEN UND SO WEITER… Die Sammlungen Bertha Pappenheims im MAK eine eigene Ausstellung gewidmet. Einzelne Exponate sind permanent in der MAK Schausammlung Renaissance, Barock, Rokoko zu besichtigen.